Was sich richtig anfühlt, ist in vertrauten Situationen erstaunlich oft genau das Falsche.
Jeder Band nimmt sich eine dieser Situationen vor und beschreibt, was geschieht, wenn man dem ersten Impuls nicht folgt.
Warum diese Bücher so heißen
Wer ein Kind zum Lernen bewegen will, redet mehr. Wer einen Mitarbeiter gewinnen will, erklärt mehr. Wer einen festgefahrenen Streit beenden will, argumentiert gründlicher. In der Art, wie wir auf verfahrene Situationen reagieren, steckt eine merkwürdige Regelmäßigkeit: Wir tun mehr von genau dem, was die Situation festgefahren hat, und halten das auch noch für Konsequenz.
Das ist kein Charakterfehler, sondern ein Reflex, und Reflexe sind für schnelle Gefahren gebaut, nicht für langsame Probleme. Die Hand zuckt von der Herdplatte, bevor das Bewusstsein weiß, dass sie heiß ist, und dieselbe Maschinerie greift auch dann ein, wenn ein Kind nicht lernt, ein Team nicht folgt oder ein Gespräch sich im Kreis dreht. Nur dass sie dort mit derselben Selbstverständlichkeit das Falsche tut.
Gegen den Reflex ist eine Serie über diese Fälle. Jeder Band behandelt eine Alltagssituation, in der der Instinkt systematisch in die falsche Richtung zeigt, und jeder Haupttitel ist deshalb ein Verbot: nicht als Provokation, sondern als präziseste Zusammenfassung des Inhalts. Den Büchern liegt eine Überzeugung zugrunde, die sich durch alle Bände zieht: Menschliches Verhalten hat weniger mit Willen zu tun als mit den Bedingungen, in denen es stattfindet. Wer die Bedingungen ändert, muss die Menschen nicht reparieren.
Diese Seite ist der angekündigte Ort für alles, was in den Büchern selbst keinen Platz gefunden hat: Hintergründe zu jedem Band und vor allem die vollständigen Quellenverweise. Die Bücher sind bewusst schlank gehalten, die Belege dahinter sind es nicht.
Ein Reflex pro Band
Roman Rackwitz
Roman Rackwitz ist Verhaltensarchitekt. Er analysiert, warum Menschen in vertrauten Situationen systematisch das Falsche tun, und was das über die Situation verrät statt über die Menschen. Die Überzeugung, die seiner Arbeit zugrunde liegt: Menschliches Verhalten hat weniger mit Willen zu tun als mit den Bedingungen, in denen es stattfindet. Diese Buchserie ist seine praktische Antwort darauf.